Kolumne… Wie wird man eigentlich ein Cornflakes-Model?

In letzter Zeit wurde ich von Freundinnen öfter mal gefragt, wie das denn so läuft mit der Arbeit als Werbemodel und ob man sich dafür irgendwo anmelden könnte. Meine erste Reaktion ist immer: „Just do it!“ Da ich der Meinung bin, dass jeder einzelne von uns da draußen so einzigartig ist und auf seine Art und Weise so endlos, unglaublich super affentittengeil schön ist, glaube ich wirklich, dass es jeder zum Werbemodel schaffen kann – er muss sich nur sein „awesome“ mal bewusst machen! Denn darum geht es in diesem Job: eine selbstbewusste und gut gelaunte Ausstrahlung.
Im Werbebereich sind kleine Makel wie eine Zahnlücke oder abstehende Ohren oft sogar gerne gesehen, weil sie einen Typ aus der Person machen. Sogar ich habe es schon geschafft, in diversen Cornflakes-Werbespots, Musikvideos und Shampoo-Shootings zu glänzen! Wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet, kann nix schief gehen! Wer sich also auch vorstellen könnte, als „Cornflakes-Model“ durchzustarten,  hier meine ganz persönlichen Tipps, die mich in meiner Laufbahn immer ein Stück weitergebracht haben:

SchulteDesignShooting

Einstellung ist alles: Bei diesem Bild habe ich mir natürlich 34 Mal überlegt, ob ich es auf dem Blog veröffentlichen soll, schließlich sieht es so aus, als würde ich gerade 9Live moderieren. Da das Endprodukt des Unterwäscheshootings für einen Möbelhersteller aber sowieso öffentlich zugänglich ist und ich hier schließlich nen Punkt machen will, sage ich: fuck it! 😀 (auch wenn wir sowas hier auf Ingwer trifft Olivia eigentlich nicht sagen!) Wenn man halbnackt vor einem Team steht, das darauf wartet, mit dem hellsten Scheinwerferlicht auf deine Schenkel zu zielen, dann denkt man sich besser schnell mal: „Ich bin die geilste Wurst von Mexiko!“
Denn jeder Gesichtsausdruck, der irgendwie an einen Turnbeutel-Träger erinnert, muss bei Shootings leider zu Hause bleiben. Daher: Einfach alles nieder strahlen und nichts anmerken lassen, selbst wenn man sich gerade fühlt wie das Nilpferd in der Achterbahn.

Adidas Casting

Naaaaa klar, wie gerne zergammel ich denn eigentlich die Couch mit Peter Chips und Susanne Schokobons. Und ich gönn mir das auch! Aber gut, wer mit seinem Körper Geld verdienen will, der sollte halt auf seine Fitness achten (klar!). Die Kampagnen für die großen Sport-Marken sind bombig bezahlt, daher lohnt es sich, von Zeit zu Zeit mal auf dem Stepper zu stampfen oder ne Runde auf dem Trimmdichpfad zu drehen. Sport hilft nicht nur dem Körper fit zu bleiben, sondern auch dem Geist ausgeglichen zu bleiben. Denn wie gesagt, Einstellung ist wirklich alles in diesem Job! Es gibt (wie in jedem Beruf) eben auch Fotografen oder Kunden, die einem beim Shooting oder Casting gerne mal nen Haufen auf den Kopf setzen wollen, und dann ist es am besten, einfach mal lächelnd zu sagen: Danke für den Hut!
Die meisten Teams sind aber unfassbar nett und selbst wenn man um fünf Uhr morgens schon in der Maske sitzt, hilft es allen ungemein, wenn man juute Laune verbreitet!

08Gut, wer als Fuß- und Wäschemodel arbeiten will, der sollte besser nicht mit Frodo-Fingernägeln und Winterwolle an den Beinen am Set antanzen! Generell hilft es in der Branche immer,  gepflegt zu sein.

SchulteShootingIch habe gelernt, dass es in diesem Job ganz wichtig ist, ganz gut Loslassen zu können, denn man arbeitet oft mit unfassbar netten Leuten zusammen, die man gerne täglich um sich hätte. Bei der Vielzahl an Menschen, die man trifft, ist es nicht immer möglich eine enge Bindung aufrechtzuerhalten. Aber es verhält sich wie bei allem im Leben: Was man loslässt, das bleibt – zumindest, wenn es gut ist! Ansonsten empfehle ich: Einfach den Moment genießen mit den Menschen, die man trifft! Dann wird es immer eine schöne Erinnerung und meist auch ein gutes Foto!

Sedcard2014Eine Sedcard (hier eine alte von mir) und ein aktuelles Portfolio sind maximal wichtig für den patenten Auftritt! Wer noch keine Erfahrung hat, der kann sich einfach einen guten Fotografen suchen, der ein paar „Polas“ schießt, also möglichst unbearbeitete Portraits, Ganzkörperfotos oder Profilbilder. Mit diesen kann man sich dann bei den Agenturen bewerben. Wenn man nach einiger Zeit Arbeitserfahrung gesammelt hat, stellen die Agenturen einem meist eine Sedcard aus oder man stapft selbstständig zum Grafikdesigner. Das ist sozusagen die Visitenkarte eines Models, genau wie das sogenannte Showreel, ein Video, das aus Zusammenschnitten der bisherigen Arbeit besteht.

So Leute, ich sage tut es und auf gehts nach Mexiko!

This entry was posted in Kolumne, Lifestyle and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar