Flucht aus dem Stress-Labyrinth

Manchmal verliert man im stressigen Alltagsstrudel den Blick für die schönen Kleinigkeiten im Leben, die eben dieses erst so bemerkenswert machen. Es ist halt nicht immer einfach, die Augen wirklich offen zu halten und auf all die besonderen Dinge zu achten, die um einen herum geschehen oder an denen man schon hundert Mal vorbeigegangen ist, ohne sie genauer zu betrachten. Eigentlich schade, denn wenn man sich darauf einlässt, kann man kleine (große) Wunder auch vor der eigenen Haustüre erleben.
(Oder zugegebenermaßen: in diesem Fall vor Großmutters Haustüre).

Zeit mit der Familie ist das Kostbarste, was es gibt. Leider gerät diese Tatsache schnell in den Hintergrund, wenn eine stressige Familienfeier ansteht oder aber im Urlaub jeder abends woanders essen gehen will. Oder aber, wenn man einen fünfstündigen Trip zur Verwandtschaft zwischen hundert andere Termine in den Terminkalender pressen muss.

Dabei ist gerade im heutigen, anonymen Stresslabyrinth die Familie der Anker, den wir brauchen, um wieder runterzukommen, um uns zurückzubesinnen auf die Dinge, um die es letztlich geht im Leben.
Also: ein paar Stunden freimachen, vielleicht auch mal die eigene Unlust überwinden und auf ein paar Stunden Familytime einlassen. Und siehe da, bei meinem letzten größeren Besuch bei der Verwandtschaft habe ich mich bestens erholt – und im kleinen, hessischen Örtchen auch noch etwas entdeckt, das mir vorher nie aufgefallen ist:

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…und zwar gleich ein ganzes Schloss. Wenn man sich also für ein paar Stunden mal bewusst ausklinkt aus unserer Multimedia-Gesellschaft, dann kann man das Leben um sich herum tatsächlich genießen. Und man kriegt das mit, was einem verborgen bleibt, wenn man ständig im immergleichen Alltagsstrudel gefangen ist.

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