Travel…facettenreiches Zypern

Ich bin leicht zu begeistern, zugegeben. Aber diesmal! Ganz ehrlich, Zypern hat mich in seinen Bann gezogen. Eine europäische Insel im östlichen Mittelmeer, geteilt in zwei Hälften und einem Zipfel Militärbasis von Großbritannien mit zehn Regentagen im Jahr. Schwer unterschätzt, die Insel. Kennen wir sie doch meist aus der Eurokrise und sind als die „bösen Deutschen“ doch gefühlt immer eher unwillkommen.

Pustekuchen! Ich wurde selten so freundlich aufgenommen. Ich wurde von Menschen, die ich über drei Ecken kannte, eingeladen zur Karfreitagsfeier in einem Kloster in den Bergen, bekam Tee und Süßigkeiten und durfte sie auch noch ausfragen. Menschen, die ich im Flieger kennenlernte, gaben mir ihre Telefonnummer, falls ich Probleme haben würde, meine Unterkunft in Nikosia zu finden.

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Prachtvolle Orangenbäume an jeder Ecke

dWir waren nicht nur in Nikosia, sondern sind mit dem Auto quer über die Insel gefahren. Wir waren fasziniert, wie schnell die Insel ihr Aussehen ändert und uns immer wieder überrascht.

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Eine kleine Brücke in einem Park nahe Nikosia

Berge

Bergblick nahe Kakopetria

Meer

Eine kleine Bucht zwischen Paphos und Lara Beach

Larnaca

Sandstrand in Larnaca

Ganz schön viel Auswahl? Daher habe ich Euch ein paar Dinge zusammengetragen, die mich besonders bewegt haben:

Den Blick auf die andere Seite wagen

Seit 1974 teilt sich die Insel in die Republik Zypern und die türkische Republik Nordzypern, die nur von der Türkei als Staat anerkannt wird. Die Zyprioten nennen den „türkischen“ Teil übrigens „besetzten“ Teil. Der Unterschied macht klar, wieviel Verletzung und Unglück in dieser Trennung liegen. Die UN richtete daher die Green Line ein, eine Pufferzone, die verschieden breit und von Soldaten bewacht, u.a. quer durch Nikosia läuft. Die Ledra Street, die Haupteinkaufsstrasse, wird einfach durchschnitten von Grenzposten. Auf der anderen Seite erwartet Dich plötzlich ein anderes Land:

b c GraffitiTürkische Waren, Moscheen und Graffiti stehen im Kontrast zu verlassenen Häuser. Plötzlich sind weniger Menschen unterwegs und man fällt richtig auf als Deutscher. Der Stadtteil wirkt ärmer, so viel ist anders, dabei ist man nur 100 Meter von Starbucks und belebten Tavernen auf der anderen Seite entfernt. Es ist kaum zu glauben, dass in Europa noch solche Grenzen verlaufen.

Entlang der Green Line laufen

In Nikosia entsteht direkt an der Green Line dank der günstigen Mieten ein buntes Viertel mit Jungdesignern, Cafeés und Bars. Für mich der berührendste Moment: Wir tranken Tee in einem kleinen Cafeé direkt an einer grieschich-orthodoxen Kirche, zufällig zur Zeit der Gründonnerstagsmesse. Nur 100 Meter entfernt auf der anderen Seite der Green Line feierten parallel die Muslime. Die Gesänge mischten sich und trotz verschiedener Religionen und einer Grenze feierten alle Menschen fröhlich und laut.

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Ein Hamam besuchen

Ist es seltsam, sich nur mit einem Höschen bekleidet auf einen heißen, runden Stein inmitten einer Badeanstalt zu legen und sich waschen zu lassen? Ja, auf jeden Fall!!! Ich entschied mich für die klassische Schwamm-Massage und fühlte mich zuerst furchtbar unwohl. Gelingt es aber, sich fallen zu lassen, wird man mit herrlichstem Schaum bedeckt, babyzart geschrubbt und massiert, dass Ihr danach auf Wolken geht. Ich wurde mit verschiedem warmen Wasser übergossen, spontan, gefühlt immer wenn ich kurz vorm einschlafen war, präsentierte der kompletten Badeanstalt mittig liegend meine Brüste, wurde dermassen aggressiv geschrubbt (überall), dass ich dachte, meine Haut müsse den gleichen Farbton wie meine Haare haben und verrenkt. Und ich würde es wieder tun. Ich war noch nie so spannungsfrei und zart.

Hamam

„Dies ist allerdings eine gründliche Reinigung, und man möchte sagen, dass man noch nie gewaschen gewesen ist, bevor man nicht ein türkisches Bad genommen hat.“ Helmut von Moltke: Unter dem Halbmond. Aus den „Briefen über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839“

Einen Jeep mieten

Bei unserer Fahrt von Paphos nach Polis an der Küste entlang sind wir schier verzweifelt. Laut Google Riesenstraßen entpuppten sich als kleine Schotterstraßen, links der Berg, rechts der Abgrund mit Schlaglöchern. Im Nichts. Und wir saßen in einem Kleinwagen, den Lenker auf der anderen Seite und setzten ständig auf. Beim nächsten Mal wirds ein Jeep und dann erkunden wir auch die hintersten Ecken der wundervollen Insel.

Eiswagen

Ohne Witz, das ist ein Eiswagen. Mitten im Nirgendwo auf einer Klippe!

Genießen

Auf dieser so wunderbar vielfältigen Insel ist es quasi unmöglich, nicht eine Ecke zu finden, die gefällt. Wir verbrachten eine Nacht in Paphos, einem uns viel zu touristischen Ort an der Küste, voll mit billigen Bars mit Neonbeleuchtung und Ballermannflair. Nach dem herrlichen Essen in einer traditionellen Taverne spazierten wir an den mittlerweile geschlossenen Bars am Ufer entlang und da war plötzlich dieser Zuckerwattestand, der nur rosa Zuckerwatte verkaufte. Und inmitten dieser seltsamen Kulisse entsteht auf einmal einer der schönsten Momente dieser Reise. Scheiß auf rote Rosen und fette Klunker, so glücklich sind Mädchen mit rosa Zuckerwatte<3

Zuckerwatte

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