Food&Party Guide für Singapur

Ich kann es kaum glauben, aber mein Abenteuer in Singapur, einer der wohl schillerndsten Metropolen, die ich je besucht habe, ist so plötzlich wie auch vorhersehbar vorbei. Wenn ich über meine Zeit in der „Lion City“ nachdenke, dann sind es rückblickend drei wesentliche Punkte, die ich in ganz besonderer Erinnerung behalten werde: die Menschen, das Reisen…und das Essen. Obwohl, besser gesagt: das Ausgehen im Allgemeinen.

Denn auch wenn Platz und Raum in Singapur stark eingeschränkt sind und dort deswegen nicht in die Breite, sondern stets in die Höhe gebaut werden muss, so bietet der kleine Stadtstaat doch unfassbar viel Vielfalt, vor allem, wenn man Singapur bewusst mit den Sinnen erlebt. Für alle, die demnächst oder irgendwann einmal einen Zwischenstopp an diesem faszinierenden Ort einlegen –  hier kommt mein persönlicher Food&Party Guide für Singapur. Aber Achtung: Die Betonung liegt natürlich auf persönlich 🙂 Manch ein Singapur-Kenner wird nun vielleicht denken, dass ich die wichtigsten und besten Adressen gar nicht genannt habe. Aber: jeder hat seine eigenen Vorlieben. Und davon einmal abgesehen ist dies natürlich auch nur ein kleiner Überblick.

Clubben und Loungen im Marina Bay Sands

Diese Adresse wird wahrscheinlich jedem empfohlen, der mal nach Singapur kommt. Und das auch nicht umsonst! Tatsächlich hat man vom Ku De Ta aus den wahrscheinlich besten Blick auf die faszinierende Skyline der Stadt. Das muss ich zugeben. Auch, wenn ich für meinen Teil relativ lange gebraucht habe, bis ich diesen Club angesteuert habe. Aber es hat sich gelohnt!
Das Ku De Ta befindet sich im Marina Bay Sands, dem wohl berühmtesten Hotel Singapurs. Seid Ihr einmal oben, könnt Ihr somit auch gleich einen Blick auf den sagenumwobenen Infinity Pool erhaschen. Reinhüpfen ist allerdings nicht umsonst – dafür müsst Ihr Euch für 400 Euro aufwärts pro Nacht im Hotel einmieten 😉
Ach ja, der Dresscode: ich würde mal sagen stylish&smart casual. Man muss nicht übertreiben, aber bitte auch nicht in Turnhose aufschlagen.

Blick auf die faszinierende Skyline Singapurs

Blick auf die faszinierende Skyline Singapurs

Die höchste Rooftopbar Singapurs

Nicht weniger spektakulär, wenn auch vielleicht nicht gaaaanz so atemberaubend ist der Blick vom 1 Altitude aus, der höchsten Rooftopbar Singapurs. Von dort oben blickt Ihr aus allen Himmelsrichtungen auf die Stadt hinab. Um dort in hunderten Metern Höhe einen Cocktail zu genießen, muss man allerdings einige Scheinchen in die Hand nehmen. Sorry Jungs, für Euch gilt das leider immer (was ich übrigens ziemlich unfair finde!). Für die Ladies empfehle ich hingegen: schaut am besten mittwochs im 1 Altitude vorbei. Da ist nämlich der Eintritt umsonst. Und für zehn Singapur Dollar gibt es einen Martini 🙂

Blick auf Singapur vom 1 Altitude aus

Blick auf Singapur vom 1 Altitude aus

Rund um Duxton Hill/Duxton Road

Eines meiner absoluten Lieblingsviertel in Singapur waren die Straßen rund um Duxton Hill und Duxton Road. Die Kulisse ist mehr als wunderschön, Tradition trifft hier auf Moderne, und das sorgt für ein ganz besonderes Flair. Es geht entspannt zu in den zahlreichen Restaurants und Bars. In und um Duxton Hill/Duxton Road wird nicht hart gefeiert, sondern vielmehr bei gutem Essen und einigen Drinks entspannt. Neben unzähligen koreanischen Barbecue-Läden gibt es auch europäisches Essen, vor allem Spanisch und Italienisch, aber auch Mexikanisch.
Ganz besonders empfehlen kann ich einen Sangria bei Live-Musik in der Sabio Tapas Bar oder aber  die Cocktails (und Quesadillas!) in der mexikanischen Bar Lucha Loco. Schnappt Euch dort am besten einen Sitzplatz im Hinterhof/Garten. Denn da sitzt man meiner Meinung nach am schönsten 🙂

Sangria und Tapas, immer eine gute Entscheidung

Sangria und Tapas, immer eine gute Entscheidung

Chilliges After-Work-Get-Together

Wer abends auf der Suche nach einem entspannten Drink mit entspannten Menschen bei entspannter Musik ist, der sollte schnurstracks in die Circular Road marschieren. Denn im The Vault gibt es nicht einfach nur weichgespülte Mainstream-Mucke aus den Boxen – stattdessen kann man den DJs hier live über die Schulter spingsen und bei chilligen Lounge-Beats ganz relaxt am Mojito nippen (alternativ natürlich auch abtanzen). Die Adresse kann ich übrigens auch für den Sunday Artist Market empfehlen: einmal monatlich am Sonntag bieten lokale Künstler dort ihre Sachen an, verkaufen Taschen, Schmuck und allerlei sonstiges. Stöber-Alarm!

Food Court-Erlebnis mitten im Central Business District

Wenn es einen beliebten Food Court im Herzen der Stadt gibt, in dem sich zumindest mittags gefühlt der ganze Central Business District (CBD) trifft, dann das Lau Pa Sat. Dieser Essenspavillon ist mittlerweile über 150 Jahre alt und wurde erst kürzlich renoviert. Mit den üblichen Hawker Centern an der Straßenecke hat das Lau Pa Sat optisch wenig gemein – denn dieser  Food Court ist aus weiß getünchtem Stahl gebaut und im viktorianischen Stil gehalten. Ganz im Gegensatz zu vielen Hawker Centern am Straßenrand lockt es also auch aus architektonischer Sicht. Und außerdem: Im Lau Pa Sat findet man alle möglichen Köstlichkeiten der asiatischen Küche, besonders beliebt sind Satay und verschiedenste Meeresfrüchte. Um 19 Uhr verwandelt sich übrigens jeden Abend eine Anrainerstraße in eine Art Satay-Club – überall bauen Satay-Griller ihre Stände auf, mitten auf der Straße treffen sich Locals, Expats und Touristen und genießen bei wunderbarer Barbecue-Stimmung Fleisch und natürlich: Bier. Unbedingt mal ausprobieren, lohnt sich

Curry-Erfahrung für Unerschrockene

Wer sich nicht scheut, tief in die indische Küche einzutauchen, der sollte mal Curry Fish Head probieren. Dafür kann ich Mythus Curry auf der Race Course Road mitten in – wo auch sonst?! Little India – empfehlen. Ein bisschen schlucken musste ich schon, als uns unser Essen serviert wurde. Wow, was für ein Fischkopf! Aber probieren lohnt sich. Auch, wenn man sich vielleicht ein wenig überwinden muss. Aber das Curry ist sensationell 🙂

Zwei auf einmal: High Tea auf Sentosa Island

Wer sich am Wochenende in Singapur etwas Gutes tun möchte, der kann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und: zum High Tea nach Sentosa Island fahren. Erst einmal ist die kleine, Singapur vorgelagerte Insel Sentosa Island natürlich für sich schon einen Besuch wert. Nicht nur die Locals, sondern auch Langzeitbesucher und Touristen verschlägt es dort am Wochenende hin. Am Strand in der Sonne liegen, Beachvolleyball spielen, Drinks in einem der Beachclubs schlürfen – was gibts wohl Schöneres? Noch schöner wird es, wenn man dann auch noch zum High Tea im Capella Hotel aufschlägt und sich weißen Tee, Scones und Mini-Sandwiches schmecken lässt. Natürlich ist das Ganze aufwendiger und kostspieliger (39 Dollar pro Person) als ein Eis am Strand. Aber es lohnt sich!

Yumm! Kleine, feine Herrlichkeiten beim High Tea

Yumm! Kleine, feine Herrlichkeiten beim High Tea

Allerdings: wer keine Lust hat, zwischen 15 und 17 Uhr – nur in dieser Zeit wird der High Tea im Capella serviert – das Strandhandtuch auszuklopfen, der kann High Tea natürlich auch unabhängig von einem Strandbesuch auf dem „Festland“ einschieben. Auf dieser Seite finden sich einige Adressen, die überaus vielversprechend klingen 🙂

Pad Thai am China Square

Das beste Bad Thai während meines Singapur-Aufenthalts habe ich am China Square nahe Raffles Place gegessen. Und zwar bei Folks Collective. Pad Thai zählt wahrscheinlich zu den beliebtesten thailändischen Gerichten, die Bratnudeln gibt es sowohl süßlicher, als auch scharf. Im Folks Collective wird übrigens neben der Fleisch- auch die vegetarische Variante angeboten. Letztere kann ich ganz besonders empfehlen 🙂

Ein Muss: Kopi und Kaya Toast

Gleich zu Beginn meines Abenteuers in Asien habe ich meine Passion für Kopi und Kaya entdeckt. Der „Kopi“, also Kaffee, ist in Singapur und Malaysia um einiges konzentrierter als in Deutschland. Traditionell wird er mit süßer Kondensmilch getrunken. Dazu essen die Singapurer zu jeder Tages- und Nachtzeit Toast oder beispielsweise Teigbällchen mit Kaya, einer Art Kokosmarmelade, die mit Ei und viel Zucker hergestellt und vor allem auf Toast mit viel Butter gegessen wird. Ein potenzieller Dickmacher, der aber wunderbar schmeckt. Besonders beispielsweise bei Ya Kun Kaya Toast. Da hat sogar Hugh Jackmann schon eben solches verdrückt 🙂

Kopi und Kaya <3

Kopi und Kaya <3

Davon abgesehen:

Singapur erlebt man am besten mit dem Geruchs- und Geschmackssinn. Alkohol und Ausgehen sind zwar generell relativ kostspielig – auf der anderen Seite kann aber man für wenig Geld sehr günstig essen.
Wie bereits etwas früher im Text erwähnt, meine kleine Übersicht ist eben genau das: nur ein klitzekleiner Auszug aus all den Möglichkeiten, die sich einem in Singapur zum Essen gehen und generell zum Ausgehen bieten. Was ich jetzt nicht näher ausgeführt habe, sich aber auf jeden Fall mindestens ebenso lohnt, sind ein Besuch in Chinatown – sowohl tagsüber, als auch abends -, ein Streifzug durch Little India mit einem kleinen Zwischenstopp im berühmten 24-Stunden-Kaufhaus Mustafa Centre (nur Sonntagabend sollte man einen Abstecher nach Little India tunlichst vermeiden!),  Drinks in und rund um die Club Street mit all ihren (Rooftop-)Bars, Hummus und Shisha in der Arab Street und mindestens mal ein Abend im Holland Village (das vor allem auch bei Ausländern sehr beliebt ist).

Neben aller Begeisterung für Land und Leute habe ich in Singapur auch öfters die Aussage gehört, dass einem irgendwann die Decke auf den Kopf fällt. Weil das Land eben am Ende doch nur eine Stadt ist, und man irgendwann eben alle Ecken kennt. Klar, in vier Monaten kommt man natürlich nicht so schnell an diesen Punkt. Und ich glaube, selbst nach einem Jahr gibt es sicherlich immer noch viel Neues zu entdecken. Ich für meinen Teil jedenfalls habe noch einiges auf meiner Singapur To-Do-List stehen 🙂 Und ich hoffe, Ihr jetzt vielleicht auch.

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