Filmpremiere… ein bisschen was vom roten Teppich

Letzte Woche erhielt ich überraschend eine Einladung zu der Europapremiere eines doch recht bekannten Hollywood-Blockbusters in einer ziemlich verregneten europäischen Metropole.
Da ich als Gast von Warner Bros. geladen war, und nicht als Presse, ist es mir leider nicht gestattet zu verraten um welchen Film es sich genau handelte. Ich kann nur so viel sagen: Fledermäuse und Prinz Harry, der völlig entspannt mit im Kino saß, waren Thema des Abends.
Und natürlich wurde über die vermeintliche Schwangerschaft einer gewissen Hollywood-Schauspielerin spekuliert, die derzeit mit einem wirklich süßen Pixie-Kurzhaarschnitt glänzt und in real noch viel hübscher ist als auf der Leinwand. Auch die Fotos, die ich von der restlichen Hollywood A-Riege geknipst habe, darf ich leider nicht zeigen.

Da ich aber das erste Mal auf einer großen Filmpremiere gemeinsam mit den Stars über den roten Teppich schlendern durfte, und dabei auch noch die heißbegehrten Karten zur Aftershow-Party in meiner Handtasche steckten, möchte ich euch gerne von meinen ersten jungfräulichen Eindrücken berichten.
Wie ist es also mit dermaßen hochrangigen Stars über einen roten Teppich zu spazieren? Runiert die Realität mal wieder meine Phantasie? Oder war es glamouröser als in meinen kühnsten Träumen? Denn in diesen war es – zumindest bisher – eine der aufregendsten Vorstellungen, Stars wie Morgan Freeman die Hand schütteln zu dürfen. Ob mir also das Herzchen auf dem roten Teppich stehen geblieben ist und was ich auf der Aftershow Party erlebt habe, könnt ihr hier nachlesen.

18:00: Es regnet! Der Juli ist also nicht nur in Deutschland ein Verräter. Freue mich aber insgeheim, da ich aufgrund des Wetters Fledermaus „lookalike“ gekleidet bin und schätze mal, dass ich auf dem rotem Teppich dadurch vielleicht sogar für den Superheld persönlich gehalten werde. Und ich werde dem Regen mit schwarzem Mantel, geschlossenen Schuhen und wasserabweisender! Lederhose mal zeigen, wo der Frosch die Locken hat.

18.15: Stolziere mit einer großartigen Freundin via kreischende Fanmassen ganz enstpannt Richtung Himmelspforte: dem roten Teppich. Kann diesen aufgrund der immensen Menschenansammlung aber noch nicht ganz erspähen und befürchte, bei jedem Aufkreischen der Menge wichtige Details zu verpassen wie: Hollywood-Star XY hat sich gerade nach rechts gedreht oder eventuell sogar kurz am Allerwertesten gekratzt. Unvorstellbar, ich verpasse ein solches Highlight!!!

18.30: Wir haben es geschafft! Muss zugeben, der Augenblick, in dem wir mit unseren Karten wedelnd unter den Augen der Fans auf den roten Teppich gewunken wurden, das hatte was. Das drei-Sekunden-VIP-Feeling nimmt dann aber ein schnelles Ende, als wir von den Bodyguards über den Teppich gepresst werden. „Please move on to the theater“ – das ist so ein Satz, den ich gar nicht hören will, wenn ich roten Filz unter den Füßen habe. Mit meinem berühmten Touristen-Charme (=stelle mich doof und setze meine Interessen durch, ohne Rücksicht auf Verluste) schaffe ich es dann aber doch, die „Red-Carpet-Time“ maximal in die Länge zu ziehen. Und fotografiere, was das Zeug hält, so dass mir sogar die Japaner und Paparazzi hinter der Absperrung anerkennend zupfeifen. Zumindest in meinem Kopf!

19:30: Fühle mich ganz groß gerade! Fletze im Kinosessel und sämtliche Hollywood-Größen stehen vor der Leinwand und erzählen ein bisschen was zum Film.
Zum Greifen nahe! Und das Beste: Schokoladenkonfekt und Getränke sind UMSONST! Alleine dafür hat es sich gelohnt zu kommen.

20:00: Fantastisch, fantastisch, fantastisch: Ein großartiger Film. Leider gruselt mich der Bösewicht doch ziemlich, so dass ich mir alle zehn Minuten, wenn er auftaucht, feste die Ohren zuhalten muss. Das blonde It-Girl im funkelnden Paillettenkleid neben mir – die mit ihrem Milliardärs-Ehemann extra zur Premiere angereist ist – blickt mit offenem Mund in meine Richtung. Vorher hat sie noch schnell die kostenlose Tüte M&M’s in die Handtasche gesteckt – man weiß ja nie, für schlechte Zeiten!

22:00: Traue mich jetzt sogar, ohne Ohren-Zuhalten den Film zu gucken.

Der Eingang zum Paradies: Die Aftershowparty

23:00: Auch jetzt wieder ganz groß! Der absolute dream-come-true für Schmarotzer wie mich.
An jeder Ecke gibt es Häppchen-Platten, bunte Eistüten, Cocktails, Wein, Bier:
Alles umsonst. Wir stellen schnell fest, dass am Stehtisch neben der Tür zur Küche kein Kaviar-Lachs-Tablett an uns vorbeikommt. Es ist: Das Paradies!
Models, Fotografen, Showbusiness Größen und der Cast des Film versammeln sich in dem riesigen viktorianischen Prunkbau und ich muss mir dreimal auf den Kopf klopfen, um zu prüfen, ob das alles real ist oder ich nur wieder vom Klettergerüst gefallen bin. So wie damals…

24:00: Eine auffällige Blondine in einem rückenfreien Abendkleid lacht mich intensiv an. Hatte sie zuvor aufgrund ihres Outfits kurz gemustert. Blicke hilfesuchend um mich, da ich keine Ahnung habe, wer diese Person ist. Sie scheint mich aber zu kennen, denn sie winkt mir königinnenhaft zu. Bin immer noch ratlos. Entscheide mich einfach freundlich zurück zu lächeln. Plötzlich zückt die Blondine eine Karte aus der Tasche und prescht auf mich zu: „Here, this is for you“, steckt sie mir ein Autogramm in die Hand. „Sänk you“, sage ich.

24:00: Die Bühne für sämtliche britische X, Y und Z Promis ist eröffnet. Da wir auf der VIP-Couch lungern dürfen und sogar einen eigenen Bodyguard haben, werden wir alle fünf Minuten angesprochen, wer wir denn sind. Wir zwei einigen uns schließlich auf: „we work in film“. Denke kurz darüber nach, uns Autogramm-Karten zu malen und sie auch munter zu verteilen.
Aufgrund unserer neu erworbenen deutsch-exotischen-Prominenz lernen wir dann so interessante Persönlichkeiten kennen wie die Mitglieder einer asiatischen Hipster-Band. Sie seien was ganz Großes in England, lassen diese uns wissen. Sind ganz aufgeregt, so viele interessante Super-Promis kennenzulernen, müssen dann aber nach erstem googlen in mobilem Endgerät feststellen, dass sogar „The Dog Poo Fairy“ mehr Facebook-Freunde hat als besagte Band.

Bodyguard Cole „takes care of us“

04:00: Zurück im Hotel. Versuche ein Resumée zu ziehen:
Heiratsanträge von Prinz Harry: 0.
Wichtige Kontakte zu Filmbossen geknüpft und ultra professionell genetzwerkt: -14
(dafür auch zu abgelenkt von glitzernen Reality-TV-Sternchen)
Häppchen Tabletts leer geräumt: 6
Spaß gehabt: 100!

Der Blick aus meinem Hotelzimmer verrät – vorallem im Hintergrund- in welcher Stadt ich war 😉

 

 

 

 

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