Ein paar Eindrücke aus Harvard

Die ersten Wochen auf dem Campus sind vergangen und ich muss es mit peinlichem Enthusiasmus herausbrüllen: Es ist zuuuu geil um wahr zu sein!! Ich habe mein kleines Paradies gefunden. Natürlich ist das subjektiv und deshalb ist es eben auch nur MEIN kleines Paradies. Aber wenn man sich einmal an die Krabbeltiere auf dem Badezimmerboden und die vier Stunden Schlaf pro Nacht gewöhnt hat, kann man das Leben hier eigentlich nur lieben!

Mein Tagesablauf sieht wie folgt aus: Aufstehen, einen großen Kaffee bei Panera Bread holen (wir haben keine Küche in den „Dorms“), joggen entlang des Charles River (und dabei heimlich zu „oben-ohne-Ruderern“ rüberlunzen :D), Uni-Kurse, zwischendurch in Annaberghall (klein Hogwarts) Mittag essen und dann gibt’s ab frühen Abend „activities“. Meist zieht man mit einer großen Gruppe los und es dreht sich alles rund ums Wasser: Kayak fahren, Surfpaddeln, Zumba mit 200 Leuten auf einer Plattform vor dem Charles River oder Segeln vor der Küste Bostons – Sport wird hier groß geschrieben. Abends ist immer irgendwo eine ein Party – Barbecues, Zimmer-Treffen, schickere Events von den Verbindungen oder den Ivy-Netzwerken, Pub Crawling oder Picknicks – es ist so much fun! 🙂
Nach der Party gibt es meist irgendwo noch eine Afterparty – und wenn es nur Nachtschwimmen im Fluss ist. Natürlich bin ich auch ein bisschen müde, aber trotzdem so voller Energie. Was ich am inspirierendsten an Cambridge finde ist, dass man täglich mit brillanten und intellektuellen Menschen zusammenkommt, die immer irgendwas interessantes zu erzählen haben und gerade zum Beispiel die Hirnströme von Leuten beim Meditieren erforschen um damit eines Tages Alzheimer zu bekämpfen (Ich antworte dann meist „Hello my name is Nori and I am loveable too. I know how to make a great peanut butter and jelly sandwich!“)
Und auch die vielen Internationals aus aller Welt, die wie ich nur für den Sommer hier sind bringen ein wunderschönes „l’auberge espagnole“-Feeling in die Bude. Ich habe hier viele, gute Freunde aus aller Welt gefunden und das schönste aller Gefühle dabei ist die Erkenntnis, dass wir alle zusammengehören und wir alle die selben Sorgen und Glücksgefühle teilen. Ich hoffe aufjedenfall mein nächstes Jahr damit zu verbringen, jeden einzelnen an den Wochenenden und in meinen Ferien zu besuchen.

Und um meine Schleim-Ode entgültig abzurunden: Es ist nicht nur das Leben hier in Harvard, was mir so gut gefällt, sondern (wie immer wenn ich in den Staaten bin) werde ich eingenommen von der Freundlichkeit und Offenheit, die die Amerikaner (gerade an der Ostküste) ganz selbstverständlich leben. Spread the Love, Leute!  😀
So, jetzt aber Schluss mit dem Schmalz, hier ein paar Eindrücke aus den letzten Wochen:

AnnaberghallDie heiligen Hallen von Harvard: Annaberghall beherbergt die Mensa auf dem Campus, innendrin sieht es aus wie in Hogwarts…

LittleHogwartsSailing CambridgeHarvardStreetIch liebe die Straßen von Cambridge – heile Welt!

Kayaking

HarvardbookstoreEine meiner kleinen Urlaubsinseln hier auf dem Campus : Der Harvard Book Store!

Dorm

Ich weiß, dieses Bild ist nicht so „Bloggy“, aber ich wollte Euch trotzdem unbedingt zeigen, wie man hier lebt, weil ich mich das vor meiner Zeit hier immer gefragt habe. Was mein „Dorm“ angeht, bin ich hier eine kleine Happy-Go-Lucky-Bitch, denn als ich eingezogen bin, war das Wohnheim nicht so voll, daher habe ich ein 2-Zimmer-Appartment bekommen mit Arbeitszimmer (oben) und Schlafzimmer (unten) mit Blick über den Campus. Es gibt etwa zehn Dormitories hier, die alle die Namen von ehemaligen Harvard Legenden tragen, unter anderem Adams House, Quincy House usw. Auf dem Campus in den Wohnhäusern zu leben ist trotz fehlender Küche und geteiltem Badezimmer die teuerste Möglichkeit in Cambridge unterzukommen, die Miete ist höher als in Chelsea, London. Um hier über einen längeren Zeitraum zu leben muss man entweder darüber nachdenken seinen Körper zu versteigern oder man muss ein kleines brilliantes Nerd-Genie sein, vorzugsweise aus China 🙂 Besser aber beides, denn selbst die Stipendien sind zu knapp berechnet für den hohen Lebensstandard hier!

TomMenschen sind es, die Orte besonders machen – Tom zum Beispiel „owns the town“, weil er das beste Eis von Cambridge macht (sowas bekommt man wirklich nur im „Nerd-Capital“: eine „liquid nitrogen ice cream“, die in einem Harvard-Labor kreiert wurde) und deshalb jeden und alles hier kennt. Er ist einer von diesen Leuten, die einen IQ über 180 zu haben scheinen und trotzdem immer wissen, wo jeden Abend die beste Party stattfindet. Awesome!

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