Ein kleiner Mädchentraum wird wahr

Es gibt zwei Dinge, von denen jedes Mädchen träumt. Oder zumindest fast jedes, da bin ich mir sicher. Zum einen wäre dies sicherlich der (noch aus den frühesten Kindheitstagen stammende) Wunsch, einmal Prinzessin in einem Traum aus rosa Tüll und mit glitzernder Krone zu sein. Zum Glück gibt es Karneval. Wer nämlich dieses frühkindliche Begehren nicht überwunden hat, der darf sich zumindest während der tollen Tage selbst zur rheinländischen Prinzessin krönen.
Spaß beiseite, es gibt da ja noch einen zweiten Mädchentraum, einen, der sich durchaus etwas einfacher und ernsthafter realisieren lässt als wahrhaftig blaues Blut. Für mich ist er neulich in Erfüllung gegangen. Zwar nicht zum allerersten Mal – doch dieses Mal war es am schönsten. Kurzum: Vor ein paar Tagen durfte ich mich für ein paar Stunden wie ein echtes Model fühlen. Ein befreundeter Nachwuchsdesigner, nämlich Patrick Hanheide, hatte mich dazu eingeladen, ein Outfit seiner Abschlusskollektion nach dreieinhalb Jahren Designstudium bei einer echten Modenschau vorzuführen. Welche Ehre!

In den vergangenen zwei Jahren hatte ich dieses Glück zwar auch schon, aber dieses Mal ging es eben um seine Abschlusskollektion. Die Aufregung war dadurch umso größer, denn die Erwartungen waren es auch.

Noch ist der Showroom leer

Noch ist der Showroom leer

Die Modenschau EXIT der Akademie Mode&Design in Düsseldorf findet jedes Jahr statt, 2013 nun bereits zum 13. Mal und diesmal unter dem Motto „ever is over all“. Jedes Jahr zeigen sowohl die ersten, als auch mittlere Semester ihre Arbeiten. Highlight jeder Show sind aber die Abschlusskollektionen der jeweiligen Design-Absolventen. Sie präsentieren gleich mehrere Outfits, an denen sie monatelang gearbeitet haben. Und eines dieser Outfits durfte nun also ich über den Laufsteg tragen.

IMG_0079
Bevor in der Mitsubishi Electric Halle vor rund 2000 Zuschauern allerdings die Bässe loswummerten, herrschte hinter der Bühne im Backstage-Bereich erst einmal Chaos. Rund 150 Models, einige davon professionelle, viele aber – so wie ich – „aufgeregte Models for a day“, mussten geschminkt und frisiert werden.

IMG_0087
IMG_0095
Nach der (mehr oder minder) erfolreichen Generalprobe am Tag zuvor wurde zwar auf einen erneuten Testlauf der Choreographie verzichtet – spätestens zwei Stunden vor der Show brach aber ein kleines Chaos aus. Denn vor dem heiß ersehnten Showbeginn ließen die Dozenten der Akademie noch einmal ihre kritischen Blicke über alle fertig gestylten Models schweifen. Manch ein Designstudent hatte da bereits den einen oder anderen Sekt zur Beruhigung gekippt – einige Models ebenso.
Ich persönlich habe darauf allerdings dankend verzichtet – wohlwissend, dass ich mich in den gefühlt meterhohen Glitzer-Heels dann „on stage“ sicher vor allerhand erschrockenen, peinlich berührten oder – und diese Vorstellung ließ mich am allermeisten erschaudern – schadenfrohen Augenpaaren und zahlreichen Kameras auf die Nase legen würde.

Zum Glück hielt mein Pessimismus nicht lange an. Hinter der Bühne gab es einfach zu viel zu entdecken. Um Euch einen Einblick in das Gewusel backstage zu verschaffen, bin ich ein wenig mit meiner Kamera umherspaziert. Hier ein paar Eindrücke, etwa anderthalb Stunden vor Showbeginn:

IMG_0088
IMG_0113

Wahnsinns-Wimpern

Wahnsinns-Wimpern

Viel Zeit zum Fotografieren blieb dann aber schon gar nicht mehr. Selbst wenn man Stunden vor der Show da ist und einem die Zeit zunächst wie Kaugummi vorkommt, irgendwie sind die Stunden dann doch immer schneller rum als gedacht. Und so hieß es dann auch bald schon: Letzten Schliff an Haare und Make Up angelegt und in die Catwalk-Outfits hineingeschlüpft.
Ich durfte ein wunderschönes, weites Chiffon-Kleid, darüber einer Art Korsage mit Glitzersteinchen und einen kunstvoll drapierten Wollschal tragen. Jedes Model meines „Arbeitgebers“ 😉 bekam zudem eine Art Maske aus Schleierstoff, verziert mit zahlreichen funkelnden Steinchen, in die Haare gesteckt und vors Gesicht gespannt.

IMG_0126
Dazu die Heels angeschnallt, schnell noch ein Gruppenfoto und zack, zack, schonmal in die Warteschlange hinter der Bühne eingereiht. Denn daaaaannnn…

IMG_0132
…the show could begin!

Bloß nicht stolpern, bloß nicht wackeln, bloß nicht eiern! Diese drei Punkte betete ich immer wieder hinunter, während ich in den traumhaften, aber durchaus nicht gerade stabilen Glitzer-Heels über den Laufsteg marschierte. Ich hoffe bis heute, dass ich das einigermaßen graziös gemeistert habe und nicht wie ein betrunkener Storch vor mich dahin gestakst bin. Was mich positiv stimmt und ein wenig beruhigt: Eine Zornesfalte konnte ich im Gesicht des Designers nach dem Walk nicht finden. Puh! Alles gut gegangen.

IMG_0186

Auch die anderen Models aus unserer Gruppe balancierten ihre jeweiligen Outfits sicher über die Bühne 😉 Hier zwei unserer insgesamt zehn Outfits:

IMG_0163
An diesem Abend in der Mitsubishi Electric Halle konnten die Zuschauer die eine oder andere außergewöhnliche Kreation bewundern. Einige der Outfits waren eher klassich und clean, andere wiederrum ausgefallen und extravagant. Ein paar Schnappschüsse sehr Ihr hier:

IMG_0145
IMG_0160
IMG_0155
IMG_0237
Nach rund zweieinhalb Stunden Show waren alle erleichtert und glücklich. Und so gab es am Ende eine riesige Party auf der Bühne.

IMG_0277
Rückwirkend gesehen ist die Zeit verflogen. Die Vorbereitungen, die Zeit in der Maske, das Warten auf die Show und schließlich der Walk, das Modeln: kurzum: mein Mädchentraum. Ich bin wieder froh und dankbar, dabei gewesen zu sein. Und damit ich gleich zwei Träumchen abhaken kann, werde ich nächstes Karneval Prinzessin.

This entry was posted in Event, Fashion, Lifestyle, Shooting and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar