Aufbruch in eine fremde Welt

Aus dem schnöden Alltag ausbrechen und die Welt bereisen. Klingt super und gehört für die meisten von uns zu den Neujahrsvorsätzen wie Fitnessstudio und gesündere Ernährung. Aber irgendwie komm ich persönlich da eher weniger in die Pötte. Klar, so nach Madrid fliegen war herrlich, aber mit Rucksack so ganz weit weg, ne, das ist bei mir eher ewiger Neujahrsvorsatz. Ich scheiter schon am Rucksack, bei mir hat alles Rollen, Schuhe wiegen ja bekanntlich…

Ich war dann auch eher entsetzt, als mir meine liebe Freundin Anna eröffnete, sie würd dann mit dem Rucksack durch Mexiko. Zum einen entsetzt, weil besorgt. Ist jetzt kein Spaziergang durchs friedvolle Bayern. Zum anderen, weil sie was durchzieht, wovon ich immer träume, aber nicht den Allerwertesten hochkrieg. Sieht man dann ihr Strahlen und die wunderschönen Bilder, ringe ich dann doch mit mir, statt dem nächsten paar Schuhe vielleicht doch mal in die Abteilung mit den Rucksäcken zu schlendern…

2014-01-09 13

Anna, du warst drei Wochen in Mexiko unterwegs. Wie kam es, dass Ihr zwei Mädels Euren Rucksack gepackt habt und alleine durch Mexiko getourt seid?

Naja, wir haben einfach einen starken Drang danach, so viel wie möglich von der Welt zu sehen. Und Nord- und Mittelamerika fehlte definitiv noch auf unserer Liste. Außerdem erschien uns Mexiko schon im Vorhinein als ein sehr vielfältiges Land – es klang nach der idealen Mischung von Strand und Sonne, aber auch Kultur und schönen kleinen Städtchen.

Was hast Du aus der Reise gewonnen?

Dinge selbst in die Hand zu nehmen und zu lernen, sich selbst zu organisieren. Vor zwei Jahren war ich für vier Wochen in einem Sozialprojekt in Nepal mit einer Organisation, die mir sagte, was ich zu tun hatte. Mexiko war dagegen ganz anders. Bis auf den Flug und unsere erste Unterkunft, sowie einen groben Reiseplan gab es nur uns zwei und unsere (mittlerweile liebgewonnen) Reiserucksäcke. Da hieß es herauszufinden, wie kommen wir von A nach B, wo schlafen wir, wer kann uns einen heißen Tipp geben und und und. Das erfordert Organisation, Planung, ein bisschen Neugier und viel Vertrauen, dass man abends nicht ohne Bett dasteht.

Wann habt Ihr mit der Planung begonnen?

Also, da der Beschluss und das Datum schon recht früh feststanden, haben wir den Flug schon ein halbes Jahr vorher gebucht. Aber um den Rest haben wir uns erst so zwei Wochen vorher gekümmert. Das lag unter Anderem daran, dass wir beide bis dahin im Examensstress hingen, aber es hat vollkommen gereicht, wenn man immer mal wieder ein paar Infos von Bekannten einholt und in einen guten Reiseführer investiert.

Also ein Abenteuerurlaub wie aus dem Bilderbuch?

Ein Abenteuer wars auf jeden Fall, man bedenke nur die Busfahrten über Nacht, aber auch mit ein bisschen Luxus. Wir sind nämlich nicht nur gereist, sondern haben uns auch eine Woche Strandurlaub gegönnt. Mazunte ist allerdings ein winzig kleines Dörfchen an der Pazifikküste, wo man eher auffiehl, wenn man keine Dreadlocks hatte. Im Nachhinein fiel uns auch auf, dass wir uns in dieser Woche in keinem einzigen geschlossenen Raum aufgehalten haben – Schlafen unter freiem Himmel, Duschen unter freiem Himmel, Essen unter freiem Himmel, Shoppen an den vielen kleinen Ständen am Wegesrand usw… Das hat man nicht alle Tage. Abenteuerfeeling kam aber auch bei der Erkundung diverser Maya-, Inka-, Zapotheken- (und was es da noch so gibt) Stätten auf, da man in eine oft über 2000 Jahre alte Kultur eingetaucht ist.

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Der „Gruppenschlaafsaal“

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Eine Grenzerfahrung: Dusche und WC unter freiem Himmel

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Unfassbar: der Blick aus der Dusche

Jetzt mal Hand aus Herz, was kostet der Spaß?

Weniger als gedacht. Der Flug hat jeden von uns um die 700 € gekostet und vor Ort haben wir nochmals zwischen 700€ und 800 € ausgegeben. Dazu muss man aber sagen, dass wir uns kurzfristig auch noch einen Inlandsflug gegönnt haben.

Wem würdest Du Mexiko empfehlen?

Mexiko ist tatsächlich ein sehr vielfältiges Land. Man hat die Möglichkeit für Kultur- , Strand- und Tauchurlaub. Gerade Yucatan bietet sich dafür mit 5* Hotels in erster Reihe an der Karibikküste, Taucherriffen und sogenannten Cenoten zum Tauchen und Schnorcheln sowie Mayastätten für die Kulturbegeisterten an. Auch die Partymenschen kommen hier mit Cancun und Playa del Carmen auf ihre Kosten. Wer, wie wir, jedoch was individueller und weg vom Massentourismus das Land kennen lernen möchte, bereist mit Mexiko aber auch das richtige Land, denn wir haben viele bezaubernde und einsame schöne Ecken gefunden. Sprich – jeder kann in Mexiko seinen Traumurlaub verbringen!

DSC_0180Eine unglaubliche Pflanzenpracht an einer Maya-Stätte in Tulum an der Karibikküste.

DSC_0208Ebenfalls in Tulum: Eine Cocktailbar auf 4 Rädern und Teppichverkäufe mal anders.

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2014-01-05 14.20m6Ein Badetraum wird wahr in der Cenote dos Ochos.

DSC_0276Luxus unter Palmen: Die Karibikküste

m8Im Landesinneren trafen die beiden auf reißende Wasserfälle und tiefe Wälder.

m1An der Pazifikküste auf Tiere wie Krokodile und Echsen in freier Natur.

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