Arriba México – das Land der tausend Eindrücke

Sonne, Strand, Tequila und Marriachis – wer dabei an Mexiko denkt, liegt gar nicht so falsch. Aber das lateinamerikanische Land bietet noch so viel mehr: die jahrhundertealte Maja- und Aztekenkultur, malerische Landschaften und kunterbunte Märkte sind nur einige Beispiele.

Auf diesem Markt gibt es kein Gewürz, das es nicht gibt

Auf diesem Markt gibt es kein Gewürz, das es nicht gibt

Wenn man sich die Zeit nimmt, das Land abseits des Massentourismus kennen zu lernen kann man tausende bewegende, aufwühlende und faszinierende Eindrücke sammeln. Wahrscheinlich bin ich emotional ein wenig vorbelastet, weil ich vier Jahre in Mexiko gelebt habe. Aber gerade deswegen möchte ich mein Mexiko gerne teilen.

Zehn Jahre nach meiner Rückkehr nach Deutschland war ich das erste Mal wieder für ein paar Wochen dort. Imposant wie jedes Mal: der Einflug über der Stadt. Es ist einfach Wahnsinn, wie viele Menschen dort wohnen.

Einflug über Mexiko-City

Einflug über Mexiko-City

Auf dem Weg vom Flughafen zu unserer Unterkunft war ich sehr überrascht, wie viel sich in zehn Jahren so alles ändern kann. Das Stadtbild wirkt mittlerweile richtig modern. Und teils ein wenig science fiction-mäßig, wenn man beispielsweise die 16-spurige Stadtautobahn „periférico“ betrachtet. Zu jeder Tages- und Nachtzeit ist sie verstopft und man steht im Stau. Aber die Mexikaner sind einfallsreich und innovativ. Sie haben zur Entlastung einfach weitere Fahrspuren darüber gebaut. Eine zweistöckige Autobahn – das hat nicht jede Stadt zu bieten. Müsste man nicht sowieso über den periférico fahren, um in Mexiko-Stadt von A nach B zu gelangen, würde ich jedem, der die Zeit hat, die Durchfahrt empfehlen. Einfach der pure Wahnsinn, was da für eine urbane Energie freigesetzt wird!

Ein bisschen außerirdisch: der zweistöckige periférico mal etwas leerer

Ein bisschen außerirdisch: der zweistöckige periférico mal etwas leerer

Es ist ein wahres Abenteuer, eine Rundreise durch Mexiko zu wagen. Den obersten Norden sollte man aufgrund der dortigen Unruhen zwar meiden. Dafür hat der Süden umso mehr zu bieten. Ich selber habe schon zweimal eine Rundreise gemacht. Allerdings mit einem privaten und befreundeten Reiseführer und nicht über einen Massenanbieter.
Auch bei einer etwas exklusiveren Tour sollten die wichtigen Touristenattraktionen wie die Ruinenstadt Teotihuacán mit ihren mächtigen Pyramiden oder die berühmten Maya-Ruinen in Palenque, Chitzen Itza und Tulum auf dem Programm stehen – denn sie sind einfach ein imposantes Zeugnis der Menschheitsgeschichte.

Wie die Ameisen: Touristen auf der Sonnenpyramide in Teotihuacán

Wie die Ameisen: Touristen auf der Sonnenpyramide in Teotihuacán

Aber auf dem Weg zu unserer Endstation, den berühmten Badeorten Cancún und Playa del Carmen an der Riviera Maya, haben wir eben auch das ganz alltägliche mexikanische Leben erlebt. Im Bundesstaat Oaxaca haben wir zum Beispiel einen kleinen einheimischen Markt besucht, auf dem neben allerlei Gewürzen Hühner verkauft und auf Wunsch auch an Ort und Stelle geschlachtet wurden. Das ist zwar nichts für die Zartbesaiteten unter den Ausflüglern, aber so geht es eben daher auf den einheimischen Märkten. Und das macht ja auch ein wenig das Flair aus.

Markttreiben

Markttreiben

Auf der Durchfahrt durch die massigen Gesteins- und Urwaldlandschaften von Chiapas haben wir in einem klitzekleinen Bergdorf die besten Tacos gegessen, die wir je kosten durften.  Im tiefsten Urwald hat uns ein Bauer seine Leguanfarm gezeigt und Einheimische haben uns einen Einblick in einen ganz besonderen christlichen Gottesdienst gewährt: die Gläubigen beten stundenlang auf Palmenblättern und betrinken sich dabei mit Tequila, um in einer Art Trance ihren Heiligen näher zu sein. Das ist für einen Westeuropäer vielleicht ein wenig befremdlich, aber auch unheimlich faszinierend. So unterschiedlich sind die Kulturen eben.
Weitere spannende Eindrücke auf der Reise durchs Land: der Stadtteil San Angel in Mexiko-Stadt mit seinen vielen Cafés, Boutiquen und seinem Kunstmarkt, die bunten Friedhöfe (denn die Mexikaner erachten den Tod nicht nur als traurig, sondern einfach als Station im Leben eines Menschen), der Cañón del Sumidero (ein tiefer Canyon mit bis zu teils über 1.000 Meter hoch aufragenden Felswänden im Bundesstaat Chiapas) und – eines meiner absoluten Lieblingshotels in Mexiko, zwar kein Geheimtipp aber dennoch wunderbar unüberrant – die Hacienda Vista Hermosa in Santa Cruz del Cortijo im Bundesstaat Jalisco. Das wunderschöne Anwesen war einst eine Residenz des spanischen Konquistadors Hernán Cortés.

 

Bunte Familiengräber auf einem Friedhof im Bundesstaat Chiapas

Bunte Familiengräber auf einem Friedhof im Bundesstaat Chiapas

Cañón del Sumidero

Cañón del Sumidero

Das Anwesen der Hacienda Vista Hermosa

Das Anwesen der Hacienda Vista Hermosa

Was mich an Mexiko ganz besonders begeistert ist die Freundlichkeit der Menschen. Die Schere zwischen Arm und Reich ist enorm und die meisten Menschen sind wirklich bitterarm. Und trotzdem sind sie so freundlich und offenherzig, dass man gar nicht anders kann als sie direkt ins Herz zu schließen und sich für sich selbst vorzunehmen, auch mal so unvoreingenommen zu sein.

Meiner Meinung nach ist Mexiko ein unbeschreiblich faszinierendes Land. Es gibt so viel zu sehen, ein ganzes Jahr würde dafür nicht ausreichen. Natürlich hat man als normaler Tourist ohne weitere Verbindung zu dem Land nicht immer die Möglichkeit, fernab des Massentourismus Ausflüge zu planen. Aber mein Ratschlag wäre stets: Augen offenhalten! Denn es gibt einfach so viel zu entdecken, was vielen Menschen schnell entgeht.
Zu guter Letzt darf der Tequila dann aber doch nicht fehlen. Genauso wenig wie die Sonne, der weiße Strand und die wunderschöne türkisfarbene Karibik. México  – du bist einfach herrlich schön!

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